Die Hauptluftdrucksysteme, die das Wetter gestalten, sind die folgenden dauerhaften Luftdrucksysteme: das im Winter stärkere Islandtief und das im Sommer aktivere Azorenhoch sowie die sich saisonal ändernden Druckverhältnisse über Asien: das ostasiatische Winterhoch und das südasiatische Sommertief. Während des größten Teils des Jahres überwiegt in Polen die Westzirkulation, was mit der Verlagerung von Tiefdruckgebieten vom Atlantischen Ozean in Richtung Osten zusammenhängt. Diese Verteilung des atmosphärischen Drucks bewirkt, dass sich Polen in einer Zone überwiegender Westwinde befindet (60 % aller Windtage). Es handelt sich dabei um Winde, die hauptsächlich aus Richtung Tschechien nach Norwegen und Schweden wehen. Im Ostteil Polens wehen mehr Ostwinde und in den Bergen mehr Südwinde.
Die Windverteilung ist im Jahresverlauf ungleichmäßig. Von Juli bis September dominieren Winde aus westlicher Richtung. Im Winter, besonders im Dezember und Januar, ist ihre Dominanz schwächer. Über Polen wehen dann hauptsächlich Ostwinde. Im Frühling und im Herbst halten sich Ost- und Westwinde die Waage.
Gewöhnlich wehen über Polen schwache und gemäßigte Winde mit einer Geschwindigkeit von 2 bis 10 m/s. Starke und sehr starke Winde kommen an der Ostsee vor und verursachen Stürme. Ebenso starke Winde von über 30 m/s wehen in den Bergen. Selten gibt es Orkane, die Bäume samt Wurzeln umwerfen und Dächer abreißen könnten.
Im Sommer weht an der Küste an wolkenlosen Tagen angenehmer und erfrischender Ostseewind. Es ist die so genannte Meeresbrise, die im Laufe des Tages entsteht und bis zu10 kmim Landesinneren bemerkbar ist. In der Nacht ändert sich die Richtung dieser Winde. Es entsteht die Landbrise und die Luft bewegt sich vom ausgekühlten Land in Richtung der wärmeren Ostsee.
Weiter südlich findet man Gebirgs- und Tieflandwinde. Es gibt in der Tatra den für Hochgebirge typischen Föhn: Der "Halny" weht aus der Richtung der Tatra-Matten her und ist schon in die Literatur und in die Malerei eingegangen. Dieser Föhn ist ein starker und böiger Wind, der auf der Leeseite der Berge einen Temperaturanstieg und einen Luftfeuchtigkeitsabfall bewirkt. Der Föhn ist für die Menschen ziemlich beschwerlich. Er bewirkt eine Verminderung der psychophysischen Leistungsfähigkeit und ruft Reizbarkeit hervor. Er weht mir einer Kraft, die Bäume umstürzen lässt, manchmal ganze Waldgebiete zerstört, Dächer abdeckt und Zäune umreißt. Im Winter lässt er die Schneedecke zu schnell schmelzen, was mit Hochwassergefahr verbunden ist.



