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Stefan Czarniecki (1599 - 1665)

Stefan Czarniecki stammte aus einer armen Adelsfamilie. Seine Ehrungen und Würden verdankte er nicht dem Namen seines Geschlechts, sondern seinem Charakter. Er war sehr tapfer und hatte großes taktisches Geschick. Da er acht Geschwister hatte und seiner Eltern unvermögend waren, hat sich Czarniecki als junger Mann von einer aus Söldnern bestehenden Leichtkavallerie anwerben lassen, die im 17. Jh. von Aleksander Lisowski gegründet wurde. Er diente in der Einheit von Idzi Kalinowski und nahm 1621 mit 18 Jahren an der Schlacht bei Chocim gegen die Türken teil. Bei Lisowskis Truppen lernte er ihre charakteristische Grausamkeit kennen - die Söldner waren für ihre Rücksichtslosigkeit bekannt, und zwar sowohl gegen ihre geschlagenen Feinde als auch gegen die Zivilbevölkerung in den eroberten Gebieten.

Seine Kriegserfahrungen konnte Czarniecki später gut einsetzen, da er bei allen wichtigen polnischen Kriegen mitkämpfte: 1624 gegen die Tataren bei Martynów, 1626-29 gegen die Schweden in Preußen, 1632 als Oberleutnant unter dem Kosaken-Banner bei Smolensk, 1637 gegen die Kosaken bei Kumejki und 1644 bei Ochmatow, wo die Truppen von Tuhaj-bej zerschlagen wurden. Für seine Dienste erhielt er ein Gut bei Smolensk. 1648 brach er als Gesandter zum Khan der Tataren auf und wurde von ihm gefangen genommen. Am polnischen Hof glaubten alle, dass er bestimmt schon tot sei. Er kehrte jedoch in seine Heimat, nach Czarnica, zurück und nahm 1651 an der Schlacht bei Beresteczko teil, wo er die Truppen des rebellierenden ukrainischen Hetmans Bohdan Chmielnicki zerschlug.

Czarnieckis Glücksserie ging erst im Juni 1652 in der Schlacht bei Batohe zu Ende, die er wie durch ein Wunder überlebte. Ein Russe versteckte ihn vermutlich in einem Heuschober. Er war Zeuge eines Massakers, in dem Tataren ein paar Tausend Polen niedermetzelten. Dieses Erlebnis hat diesen robusten Ritter in einen furchtbaren Rächer verwandelt. Er erreichte immer höhere militärische Dienstgrade und befriedete zuerst die rebellische Ukraine. Darauf leistete er Widerstand gegen die "schwedischen Flut", als die Schweden 1655-60 Polen überfielen. Es zeigte sich, dass der von ihm geführte Partisanenkrieg die einzige wirksame Waffe gegen die schwedische Übermacht darstellte, welche ihrerseits über eine gewaltige Feuerkraft verfügte und außergewöhnlich flexibel reagieren konnte. Dem mit Polen verbündeten Dänemark ist es nach anfänglichen Misserfolgen am Ende doch gelungen, die Schweden aus Polen und aus den dänischen Gebieten zu vertreiben.

Sechs Wochen vor seinem Tode hielt Czarniecki, einer der größten polnischen Strategen und militärischen Führer des 17. Jh., endlich den erträumten Kronfeldherrenstab in den Händen - dies war die größte militärische Auszeichnung seiner Zeit. Er erlag am 16. Februar 1665 einer Verletzung, die er beim Niederschlagen des Aufstands im ukrainischen Stawiszcz erlitten hatte.

 

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