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Mit Rucksack und Paddel

 

Mit Rucksack und Paddel

Polen ist ein Paradies für Aktivtouristen. Die beste Reisezeit ist von Mai bis September. Die normalerweise warmen und sonnigen Monate September und Oktober sind die Zeit des "goldenen polnischen Herbstes".

Die Ostseeküste lädt ein

Die polnische Ostseeküste ist 528 km lang und fast auf ganzer Länge von breiten, sandigen Stränden geprägt. Steinige Strände treten nur an vereinzelten kurzen Küstenabschnitten auf. Entlang der Küstenlinie wechseln sich meterhohe Kliffs mit weiten flachen Dünen ab. Die Ostseeluft hat heilende Eigenschaften. Dafür sorgen ihr hoher Jodgehalt sowie die sich fast die ganze Küste entlang ziehenden Kiefernwälder. Deshalb entstanden an der Ostsee zahlreiche gut besuchte Kurorte, die ganzjährig auf Kurgäste eingestellt sind. Großer Beliebtheit erfreut sich Kolobrzeg (Kolberg) mit seinen Solen, deren therapeutische Wirkung seit dem 7. Jh. genutzt wird.

An den Stränden der Ostsee findet jeder etwas für seinen Geschmack. Es gibt Strandbäder, Wasserrutschen, Volleyballplätze, Ausleihstellen für Wasserscooter, Wasserskier und Surfbretter sowie farbenfrohe Promenaden mit Restaurants und Fischgrillständen.

An entlegeneren Küstenabschnitten finden sich jedoch auch menschenleere Strände, wo man mit etwas Glück im unberührten Sand sogar Bernstein finden kann. Man kann malerische Häfen, alte Leuchttürme und weit ins Meer reichende Holzbrücken besuchen. Die berühmteste, eine der längsten Molen in Europa, befindet sich in Sopot (Zoppot).

 

Juwelen direkt aus der Ostsee
Der hohe Wert des Bernsteins wurde bereits vor Jahrhunderten erkannt. Sogar aus dem alten Rom führten Bernsteinstraßen zur Ostsee. Man glaubte, dass Bernstein jung, gesund und schön hält. Er diente als Material für Skulpturen, Schmuck und Amulette.


Er half auch bei Fieber, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und Magenleiden. Heute wissen wir, dass der Bernstein negative Ionenteilchen ausstrahlt, die eine wohltuende Wirkung auf den menschlichen Körper ausüben. Mit Bernsteinsalbe, oder besser noch, mit einer Tinktur aus Spiritus und ungeschliffenen Bernsteinbröckchen werden rheumatische Beschwerden gelindert. Goldener, weißer und grüner, in Silber gefasster Bernstein ist als Schmuck im ganzen Land, an der Küste jedoch in größter Auswahl erhältlich.

Der Bernstein ist viel älter als die Ostsee. Er entstand vor 40 Mio. Jahren aus dem Harz eines Nadelbaumes, über den man kaum etwas weiß. Er setzt sich aus Kohle (79 %), Sauerstoff, Wasserstoff und Schwefel zusammen. Wenn man ihn etwas reibt, zieht er Papierschnitzel an. In sehr salzigem Wasser schwimmt er sogar.
Auf die Suche nach Bernstein begibt man sich am besten nach einem Sturm mit starkem Nordostwind, gegen vier oder fünf Uhr morgens. Am wertvollsten sind jene Bernsteinbröckchen, in denen winzige Lebewesen oder Pflanzen eingeschlossen sind. 

An der Ostsee gibt es viele beliebte Kurorte wie Miêdzyzdroje (Misdroy), Ustronie (Henkenhagen) und Mielno (Groß Möllen). Es gibt hier auch viele historische Städte wie z. B. Szczecin (Stettin), Gdañsk (Danzig), Sopot und Kamieñ Pomorski (Kammin). Aber auch die kleinen idyllischen Fischerdörfer sind von besonderem Reiz.

An der polnischen Ostseeküste befinden sich zwei Nationalparks. Der Woliñski-Nationalpark, der sich über die größte polnische Insel Wolin (Wollin) erstreckt, hat eine herrliche Kliffküste und wurde u. a. zum Schutz der hier nistenden Seeadler geschaffen. Im S³owiñski-Nationalpark, der auf der UNESCO-Liste der Biosphärenreservate steht, findet man die größten Wanderdünen Mitteleuropas. Die größten sind 40 m hoch, und in den Dünentälern, wo weder das Blau des Meeres noch das Grün der Wälder am Horizont an die wahre Natur dieser Landschaft erinnert, kommt man sich vor wie in einer Sandwüste. Der Wind formt die Dünen zu länglichen Wellen, Hügeln, Erhebungen und konkaven Mulden. Die aktivsten Dünen wandern etwa zehn Meter pro Jahr. Das größte Zentrum der Touristik – der im 13. Jh. entstandene Ort £eba – ist im 16. Jh. durch Stürme zerstört und durch den angetragenen Sand zugeschüttet worden. Die wiederaufgebaute Siedlung ist ein hervorragender Ausgangspunkt für Wanderungen in der wundersamen Dünenlandschaft. 

Zu den besonderen Orten gehört auch die Halbinsel Hel (Hela). Die schmale Nehrung, mit einer Durchschnittsbreite von 200 m, wird von beiden Seiten umspült. Dies führte zur Entstehung von zwei sehr unterschiedlichen Mikroklimata an der nördlichen, starken Stürmen ausgesetzten Seite und auf der durch einen Dünen- und Waldstreifen geschützten Südseite am Haff.

Der Urlaub an der polnischen Ostseeküste kann für Abenteuerlustige sehr interessant werden. Mit Taucherausrüstung können sie zu Schiffswracks tauchen. Bisher sind 24 Wracks geortet worden, aber es gibt sicher noch viele, die noch auf ihre Entdeckung warten. Die Reederei Polska ¯egluga Ba³tycka bietet Schiffausflüge an, u. a. mit Nachbauten von Wikingerbooten oder Schiffen aus der Zeit von Christoph Kolumbus. Es gibt hier unzählige interessante Wanderwege. Überall kann man Rad fahren und vielerorts auch reiten.

 

Das Land der Tausend Seen und das Polnische Amazonien

Die Masuren

Südlich der Ostseeküste beginnt die Landschaft der Seen – ein Paradies für Segler, Paddler, Angler, Pilzsammler, "Wasserratten", aber auch für diejenigen, die Spaziergänge in der Stille der Wälder vorziehen. Die bekannteste Region ist die Masurische Seenplatte – das Land der Großen Seen. Hier befinden sich einige tausend Seen, darunter der größte, einem kleinen Meer gleichende, 113 Quadratkilometer große Œniardwy (Spirdingsee). Die durch Flüsse und Kanäle verbundenen Seen schließen sich zu der beliebtesten polnischen Segelroute – zur Großen Masurischen-Seen-Route – zusammen.

Masuren – ein für viele Polen magisches Wort, das sofort viele angenehme Assoziationen hervorruft – mit dem Sommer, mit riesigen himmelblauen, mit weißen Segeln übersäten Gewässern, mit dem Dickicht der Puszcza Piska (Johannisburger Heide), mit tief im Wald versteckten Forsthäusern, einsamen Bauernhöfen an Seeufern, gelb blühenden Rapsfeldern und Storchennestern auf den Dächern. Masuren bedeutet aber auch das sommerliche Stimmengewirr an den Anlegestellen von Mikołajki, Giżycko oder Węgorzewo, Tavernen mit fröhlicher Atmosphäre, die durch das große Ferientreffen der Segler, die sommerlichen Sportveranstaltungen und die hier stattfindenden Shanty-Festivals geschaffen wird.

Die Region von Suwałki


Nordöstlich der Masuren liegt die von Touristen weniger besuchte Region von Suwałki. Diese Ecke Polens unterscheidet sich von den anderen Landesteilen durch die Schönheit der eiszeitlichen Landschaft. Hier gibt es unzählige Plateaus, bewaldete Hügel, zahlreiche Seen mit formenreichen Ufern, viele Flüsse und Bäche, tiefe Schluchten und Tausende von Findlingen. Hier liegt auch der tiefste und reinste polnische See, der Ha?cza-See (108,5 m), sowie der wunderschöne Wigry-See. Hier kann man Bibern beim Bau ihrer Nester zusehen, die ungewöhnliche nordländische Pflanzenwelt bewundern und den Gipfel des "Fudschijamas von Suwa?ki" (Góra Cisowa / Eibenberg) erobern.

Westlich der Masuren liegt eine andere reizvolle Region – Kaszuby (Kaschubien). Es gibt hier weder große Erholungszentren noch laute Veranstaltungen. Das Kaschubenland ist ein ideales Urlaubsziel für Familien mit Kleinkindern und für Camper. Es gibt hier malerische Seen und Flüsse. Wegen der ungewöhnlichen geologischen Struktur wird ein Teil der Region als "Kaschubische Schweiz" bezeichnet. Hügel, reizvolle Täler und Schluchten schließen sich zu einer Art Gebirgslandschaft zusammen. Im Sommer kann man in den Seen schwimmen und im Winter Ski fahren.

Die Tucheler Heide

In der Nähe befindet sich der mit 1170 qkm größte Waldkomplex Polens – die Bory Tucholskie (Tucheler Heide). Die Kiefernwälder sorgen für ein spezifisches, gesundes Mikroklima. Man kann hier bis zu 30 km durch den Wald fahren, ohne durch irgendeine Siedlung zu kommen.

 

Nationalparks und Naturschutzgebiete

In Polen gibt es 23 Nationalparks. Ihre Aufgabe besteht darin, die einzigartige Schönheit und die Besonderheiten der Natur an der Ostsee und an den Seen, aber auch die Wälder, die europaweit einzigartigen Flussgebiete, die Kalkfelsen und -höhlen sowie die Berge zu schützen. Sieben von ihnen – der Słowiński-, Białowieski-, Kampinoski-, Babiogórski-, Karkonoski-, Tatrzański- und Bieszczadzki-Nationalpark – stehen auf der UNESCO-Liste der Biosphärenreservate. Alle Parks sind für Besucher zugänglich. In allen Parks gibt es zusammen 2500 km Wander-, Reit-, Fahrrad- und Wasserwege. Die Eintrittspreise sind niedrig und die Vorschriften schränken die Touristen nicht zu sehr ein: es ist verboten, von den Wanderwegen abzuweichen, außerhalb der dafür bestimmten Plätze zu campen und Abfälle zu hinterlassen. Außerdem ist Besuchern die Jagd verboten.

"Das Polnische Amazonien"

Die Flussgebiete der Narew und Biebrza werden als "polnisches Amazonien" bezeichnet – was nur für den übertrieben klingt, der noch nie dort gewesen ist. Die Vogelwelt ist hier einzigartig. Das Tal der Biebrza hat in Europa das größte und am besterhaltenste natürliche Moorgebiet, ist nicht nur Bestandteil eines Naturparks, dem das Europa-Diplom zuerkannt wurde, es wird auch durch die Ramsar-Konvention erfasst, welche die für Wasser- und Sumpfvögel besonders wichtigen Gebiete schützt. An der Biebrza nisten 270 Vogelarten, an der Narew 200. Im Herbst und Frühling rasten hier auch Zugvögel. Der Park kann nur zu Fuß, auf dem Fahrrad oder auf dem Wasserwege besichtigt werden. Man kann hier Haubentaucher, die vom Aussterben bedrohten Wachtelkönige und Segenrohrsänger, sowie selten vorkommende Kampfläufer, Wildgänse, Schnepfen, Seeschwalben und Adler beobachten. Am Ufer waten Stelzvögel wie Reiher, Kranich, Schwarz- und Weißstorch. Häufig bekommt man hier auch Elche zu Gesicht. Im Biebrza-Gebiet leben über 500 von ihnen.

Diese besondere Reise kann man nicht nur mit einem Kajak oder mit einem Boot, sondern auch mit einem Stechkahn machen, den man in dieser touristenfreundlichen Gegend vielerorts ausleihen kann. Und wer müde geworden ist, bestellt sich einfach einen Minibus, der Boote und Passagiere schnell in die nächste Unterkunft bringt.

Wassersport

Die Gewässer der polnischen Seenplatten sind für viele Wassersportarten geeignet. Die Badestellen sind gut bewirtschaftet. Einen Bootsverleih findet man praktisch an jedem größeren See. Nur einige Seen gehören zur Ruhezone, die von Motorbooten, Wasserscootern und Ausflugsschiffen nicht befahren werden darf. Sie sind ein Paradies für Segler, Paddler und Wasserradfahrer, sowie für Ornithologen. Es gibt hier z. B. große Kolonien von Kormoranen. Es ist auch ein Paradies für Angler, die bei entsprechender Geduld mitunter einen 50 kg schweren Hecht oder Wels erbeuten können. Eine große Attraktion am Niecko-See in Augustów ist der Wasserskilift, der die lärmenden Motorboote ersetzt hat. Ähnliche Einrichtungen sind in Europa noch sehr selten.

In Polen gibt es 2000 Wasserstraßen für Anfänger und fortgeschrittene Kajakfahrer. Keine andere Art von Tourismus ist so beliebt, so zugänglich, so leicht erlernbar und dabei so familienfreundlich.
Wer nicht allein paddeln möchte, kann sich einem organisierten Ausflug anschließen. Fachkundige Reisebüros stellen deutschsprachige Begleiter, Kajaks, Verpflegung und Lagerausrüstung zur Verfügung, reservieren Übernachtungen, veranstalten Lagerfeuerfeste, organisieren Stadtbesichtigungen und Wanderungen durch Naturschutzgebiete, die an der Strecke liegen. Ein Plus solcher Fahrten ist das Sicherheitsgefühl und die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln und interessante Leute kennen zu lernen. Viel freier fühlt man sich jedoch, wenn man ein Kajak ausleiht und sich allein auf die „Wasserreise“ macht. Außerdem finden die großangelegten Fahrten während der Ferien statt. Dabei sind viele Flüsse im Frühling oder Herbst viel schöner und ruhiger.

Die populärste polnische Kajakroute ist der masurische Fluss Krutynia. Er ist fast 100 km lang und durchfließt viele malerische Seen. Die Krutynia gehört zu den leichten Routen und wird ihrer Schönheit wegen häufig besucht. Je nach dem, ob man sich den ganzen Wasserwanderweg oder nur einen Teilabschnitt vornimmt, kann die Fahrt einige Stunden oder zehn Tage dauern. Die Route ist stark kommerzialisiert, in jedem zweiten Haus gibt es einen Bootsverleih, eine Gaststätte, Gästezimmer oder ein Geschäft. Es gibt jedoch abgeschiedene Stellen, die manche für die schönsten in den Masuren halten.
Fahrten auf anderen Flüssen sind nicht minder populär. Dazu gehören die Routen auf der Brda (Brache), auf der Pojezierze Bytowskie (Bütower Seeplatte) und durch die Tucheler Heide, auf der Radunia in Kaschubien, der Drawa in der Pojezierze Drawskie (Dramburger Seenplatte) und in der Region von Suwa³ki. Hier sind vor allem der durch den Wigry-See und die Wälder von Augustów fließende Fluss Czarna Hañcza und der eher für erfahrene Kajakfahrer geeignete schöne und wilde Fluss Rospuda zu empfehlen.

Berge und Täler

Wer die Berge liebt, wird eine Reise nach Polen nicht bereuen. Den Süden des Landes umschließen die Bergketten der Karpaten und der Sudeten. Im polnischen Gebirge gibt es zehn Nationalparks. Die Wanderwege sind in sehr gutem Zustand. Es genügt ein Rucksack mit Verpflegung, ein Paar guter Schuhe und ein wenig Mut.

Die Tatra
Der höchste Gebirgszug der Karpaten ist die Tatra. Um ihre Schönheit zu sehen, muss kein Gipfel erobert werden, es genügt ein Spaziergang durch eines der Täler – Dolina Koœcieliska, Dolina Chocho³owska oder Rybi Potok. In Polen liegen die Hohe und die Westliche Tatra. Wer einmal die Orla-Peræ-Route (Bergpfad des Adlers) passiert hat oder auf die Gipfel Koœcielec, Œwinica oder den höchsten von ihnen, den Rysy (2499 m), gestiegen ist, wird immer wieder hierher zurückkehren wollen.

Hier befinden sich auch der größte Wasserfall Polens (Wielka Siklawa, 70 m), sowie zahlreiche postglaziale smaragdgrüne Seen. Der größte und für Touristen am leichtesten erreichbare See ist das 34,9 ha große Morskie Oko (Meeresauge), ein wenig mehr Mühe macht die Wanderung durch das Tal der fünf Seen (Dolina Piêciu-Stawów) und durchs G¹sienicowa-Tal.

Die Westliche Tatra ist weniger gefährlich, großflächiger und grüner. Sie hat auch die schönsten Höhlen. Auf allen Tatra-Wanderwegen kann man mit ein wenig Glück Gämsen und Murmeltiere beobachten. In der Tatra grüßen sich Wanderer, wenn sie sich unterwegs begegnen. Diese Tradition färbt auch sehr schnell auf Städter ab, die hier herkommen. Ruhige, mit Bergkiefern bewachsene Lichtungen und große Herbergen verlocken dazu, sich eine Rast zu gönnen.

Beskidy, Gorce, Pieniny

Zu den Karpaten gehören auch viele andere Bergketten. Die kuppelförmigen Berge der Beskiden und Górce mit ihren sanften Hängen sind ideal für lange, gemächliche Wanderungen. Am Durchbruch des Flusses Dunajec durch die Pieniny kann man an einer Floßfahrt teilnehmen. Seit 150 Jahren werden die Touristen von Flößern, die regionale Trachten tragen, in schmalen, hölzernen Kähnen, die jeweils zu fünft zu einem Floß zusammengebunden werden, durch eine eindrucksvolle Wasserstraße mitten durch das Herz des Pieniny-Gebirges befördert. Der Fluss macht innerhalb von 15 km drei riesige Schleifen in einer schmalen Schlucht zwischen baumbewachsenen Berghängen.

Das Bieszczady-Gebirge

In den Beskiden und im Pieniny-Gebirge gibt es auf den hiesigen Wanderwegen besonders im Herbst wenige Touristen. Auch das Bieszczady-Gebirge in den Ostkarpaten ist im Herbst am prächtigsten. Im September und Oktober färben sich die mit Buchen bewachsenen Hänge tiefrot und die Almen bestechen durch ihre Vielfalt an Wiesenblumen.
Das Bieszczady-Gebirge ist das einzige Gebiet dieser Größe, wo es der Natur gelang, ihre ursprüngliche Gestalt und ihr natürliches Gleichgewicht zurückzugewinnen. Hier leben Wisente, Bären, Luchse, Wildkatzen und Wölfe. Am frühen Morgen kann man auf den Lichtungen Herden von Reh- und Karpatenhirschen oder vereinzelten Elchen begegnen. Manchmal sieht man auch Falken, Habichte, Mäusebussarde und Steinadler.

Auf dem Fahrrad und zu Pferde

Die meisten Wanderwege an der Ostseeküste, an den Seen, in den Bergen und Tälern können mit Fahrrad und zu Pferde bewältigt werden. In ganz Polen gibt es fast 5000 km Radwege. Sie führen durch National- und Landschaftsparks, an Seen entlang, über Ostseedünen und Berggipfel, durch Flusstäler sowie interessante Städte.

Noch interessanter ist es, Polen hoch zu Ross zu entdecken, denn hier ist das Reiten sehr beliebt. Die Polen mochten Pferde seit jeher. Sie dienten ihnen auf Reisen, auf der Jagd und auf den Schlachtfeldern. Die Polen sind als hervorragende Reiter bekannt, und das Reiten ist hier eine alte Tradition. In der Vergangenheit war das Pferd so populär, dass es in einem der ersten polnischen Lexika von 1746 nur mit ein paar knappen Worten definiert wurde: "Wie das Pferd ist, sieht jeder." Heute ist die polnische Pferdezucht weltweit berühmt. Zu Auktionen polnischer Araberpferde reisen die besten Pferdezüchter aus aller Welt an. Landesweit gibt es zahlreiche Gestüte, Reitschulen und private Reitzentren – alle in Gegenden, wo das Reiten himmlischen Spaß macht. Es gibt auch spezielle Reitwanderwege, auf denen herrliche, mehrtägige oder mehrwöchige Ritte organisiert werden, wie z.B. die Wolfsroute in Zentralpolen (240 km) sowie die Reitwanderwege durch das Jura (250 km) und durch die Beskiden (600 km, http://szlaki.pttk.pl/konne/jura01d.html ). Den Bieszczady-Nationalpark kann man auf kleinen, sanften, kräftigen, Huzulenpferden erkunden. Auf den Feld- und Gebirgsrouten kann man die Abgeschiedenheit genießen. Zum Ausruhen und zum Tränken der Pferde gibt es saubere Seen und Bäche. Das ganze Jahr über finden in verschiedenen Landesteilen unzählige Veranstaltungen statt. Man kann an traditionellen Jagden oder Veranstaltungen teilnehmen, z. B. am Hl.-Hubertus-Verfolgungsritt, am Viehtreiben der Cowboys und an Rodeos.

Die Sudeten

Die im Südwesten Polens liegenden Sudeten sind leicht zu besteigen. Im Grunde ist eine Wanderung hier mit einem Spaziergang vergleichbar. Die Sudeten sind touristisch sehr gut entwickelt. Sie sind ein Mosaik von Gebirgsketten mit vielfältigem Charakter – vom massiven Karkonosze-Gebirge (Riesengebirge) über das phantasievoll geformte Heuscheuergebirge (Góry Sto³owe) bis zu den flachen, großen Anhöhen der Góry Izerskie (Isergebirge) und der Beskid Zachodni (Westbeskiden), der Góry Bialskie und der Góry Z³ote. Hier kann man im Wald Wasserfälle und riesige postglaziale Kessel bewundern, sich im Felsenlabyrinth verirren, Mufflons fotografieren und wertvolle Mineralien finden. In der Vergangenheit bezeichnete man die Sudeten als die "Schatzkammer Europas" und so manches Gebäude in Frankreich oder Italien hat eine Täfelung mit sudetischem Stein. Bis heute kann man in den Sudeten Bergkristalle, Achate, Amethyste, Jaspisse, Granate und Topase finden.

 

In den polnischen Bergen liegen viele beliebte Kurorte mit anerkannten Heilquellen. Im Pieniny-Gebirge liegt die schöne Ortschaft Szczawnica, in den Sudeten Szklarska Porêba (Schreiberhau), Polanica (Altheide) und Kudowa Zdrój. Die in Wäldern und Parks sprudelnden wohltuenden Quellen sind allgemein zugänglich und unentgeltlich. Es reicht, wenn man einen Becher oder eine Flasche dabei hat. Ein sehr origineller Kurort ist Polañczyk im Bieszczady-Gebirge. Er liegt auf einer Halbinsel, die von drei Seiten vom klaren Wasser des Solina-Stausees umgeben ist. Das Klima ist hier besonders mild. Die große Entfernung zur Ostsee und zum Schwarzen Meer machen diese Region zur kontinentalsten Ecke Polens. Hier werden Erkrankungen der Atemwege und Nervenleiden behandelt. Polañczyk ist auch ein Wassersportzentrum mit Segelbooten, Kajaks, Motorbooten und Wasserski.

 

 

 

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