Polen im All
Im Jahre 1967 trat Polen mit den anderen Warschauer-Pakt-Staaten dem sowjetischen
Programm Interkosmos bei, welches u. a. die Bereiche Fernmeldewesen und Teledetektion,
Medizin, Biologie, Physiologie des Menschen, Meteorologie, Kartographie, Geographie,
Geodäsie, Weltraumphysik, Astronomie umfasste.
Die polnischen Wissenschaftler entwarfen viele Forschungs- und Messgeräte für
Interkosmos, einschließlich der Rakete Wertikal, und Satelliten. Und sie entwickelten
das Programm Kopernikus 500 zur Untersuchung der Sonnenstrahlung.
Polen nahmen auch an bemannten Raumflügen teil. Nach über einjährigen Tests und Trainingsstunden flog der 1941 geborene Pilot Mirosław Hermaszewski am 27. Juni 1978 als erste Pole auf dem Raumschiff Sojus 30 unter Führung des sowjetischen Kosmonauten Piotr Klimuks ins All, wo er eine Woche verbrachte. Die Kosmonauten auf der Raumstation Saljut 6 führten zehn Experimente durch, von denen polnische Forschungsinstitute fünf mit vorbereitet hatten.
Mirosław Hermaszewski hatte seine Bereitschaft zum Risiko von seinem Großvater
geerbt, der zusammen mit dem Grafen Małyński eine Reise um die Welt unternommen
hat.
Er blieb nicht der einzige Pole im Weltraum: 1998 nahm James A. Pawelczyk als
Payload Specialist mit sechs anderen Astronauten an einem Flug der Columbia
teil. Auf seinem Flug begleitete ihn die polnische Flagge ins All.



