Die Entdeckung von Polonium und Radium
Die Entdeckung von Polonium und Radium ist die Leistung der polnischen Wissenschaftlerin
Maria Skłodowska-Curie (1867-1934) und ihrem Mann Pierre Curie.
Im Jahre 1898 isolierten sie gemeinsam aus Pechblende (Uranerz) ein radioaktives
Element, das sie nach ihrem Geburtsland Polonium nannten. Im gleichen Jahr entdeckten
sie mit dem Chemiker G. Bemont das Element Radium. Von dessen Namen leitete
sich später die Radiologie (Strahlenkunde) ab. In der Medizin werden Gammastrahlen
zur Behandlung von Geschwülsten einsetzt.
Maria Skłodowska-Curie wurde zweimal mit dem Nobelpreis ausgezeichnet: 1903
(gemeinsam mit H. Becquerel und P. Curie) in Physik für die Entdeckung der Radioaktivität
und der radioaktiven Elemente, sowie 1911 - diesmal allein - in Chemie für ihre
Arbeit über die chemischen und physikalischen Eigenschaften von Polonium und
Radium, für die Arbeiten über Methoden zur Isolierung und Messung der Radioaktivität
bzw. der Dekontaminierung radioaktiver Stoffe sowie für die Gewinnung von reinem
Radium.
Maria Skłodowska wurde in Warschau geboren. Im Jahre 1891 fuhr sie zum Studium
nach Paris. 1900-05 unterrichtete sie an der École Normale Supérieure in Sevres
und war die erste Frau, die in dieser Schule eine Professur bekam. 1906 übernahm
sie den Lehrstuhl für Physik an der Sorbonne in Paris.
In Brüssel nahm sie am Ersten Solvay-Kongress teil, den auch so berühmte Wissenschaftler und Nobelpreisträger wie Max Planck, Ernest Rutheford, Albert Einstein, Jean-Pierre Perrin, Walter Hermann und Anton Lorentz besuchten.
Wegen ihres schlechten Gesundheitszustands lehnte sie den Vorschlag ab, das
radiologische Institut in Warschau aufzubauen, nahm aber an seiner feierlichen
Grundsteinlegung sowie seiner Einweihung teil. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs
organisierte sie die radiologische Behandlung für Kriegsopfer.
Trotz ihrer schweren Krankheit arbeitete sie weiter aktiv an der Sorbonne mit.
Sie wurde neben ihrem Mann auf dem Pariser Pantheon beigesetzt.



