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Jan Henryk Dąbrowski (1755-1818)

Jan Henryk Dąbrowski war der Gründer der Polnischen Legionen in Italien. 1796 hatte ihn Napoleon Bonaparte nach Frankreich gerufen und damit beauftragt, polnische Einheiten zu formieren, die Bestandteil der Truppen auf dem Gebiet der Lombardei werden sollten. Es war ein Jahr nach der dritten Teilung Polens durch Russland, Preußen und Österreich. Polen war von der Landkarte Europas verschwunden. Die polnischen Militärformationen im Ausland ermöglichten dem Land, sich auf internationaler Bühne zu zeigen, wobei die mögliche Unterstützung Frankreichs für den Befreiungskampf des polnischen Volkes auch opportun erschien. Die Bildung von Legionen in Italien - zu einer Zeit, da Italiener nicht unter französischer Fahne kämpfen wollten - stellte beide Parteien zufrieden.

Dąbrowski wurde in Pierzchow als Sohn eines sächsischen Offiziers geboren. Er wurde in Sachsen erzogen und ausgebildet, vergaß aber nie seine Wurzeln. Als 1791 der "Vierjährige Sejm" Freiwillige für die polnische Armee anwarb, wurde der an der Dresdner Militärschule ausgebildete Kavallerist mit der Reform der polnischen Kavallerie beauftragt. Als er 1794 nach Polen kam, brach gerade der Kościuszko-Aufstand aus. Er beteiligte sich aktiv daran, verteidigte Warschau und führte das Truppenkorps, das den Aufstand in Großpolen unterstützte. Tadeusz Kościuszko, der höchste Führer der Nationalen Streitkräfte, erkannte Dąbrowskis Tapferkeit und beförderte ihn zum General. Nach der Niederschlagung des Aufstandes bekam er verschiedene Angebote von russischer und preußischer Seite. Er lehnte sie jedoch konsequent ab, weil er seinen Platz in Polen sah.

In Frankreich beschäftigte er sich mit seinem Lebenswerk - der Gründung polnischer Legionen. Sie sollten sich aus polnischen Flüchtlingen rekrutieren, die in der Fremde lebten. Sie durften ihre polnischen Uniformen und nationalen Auszeichnungen behalten und wurden von polnischen Offizieren geführt. Das einzige Zugeständnis waren Schleifen in lombardischen Farben und französische Schleifen in den Farben der Trikolore. Der von Dąbrowski herausgegebene Appell an die Polen, der in italienischen, französischen und deutschen Zeitschriften erschien, fand in Emigrantenkreisen ein lebhaftes Echo. Bald strömten zahlreiche Freiwillige nach Mailand, der Hauptstadt der Lombardei, und das trotz der Strafen, die von den Besatzern her drohten. Es waren sowohl emigrierte Patrioten als auch polnische Gefangene, die aus der österreichischen Armee entlassen wurden. Bald hatte der polnische General eine disziplinierte und tapfere Armee mit 7000 Freiwilligen aufgestellt.

Die polnischen Soldaten kämpften von Mai 1797 bis Anfang 1803 unter Napoleon Bonaparte. Leider konnten sie nicht bis nach Polen vordringen und das Land befreien, wie es sich Dąbrowski erträumt hatte. Sie wurden eher zum Niederschlagen lokaler Aufstände in Italien ausgenutzt. Napoleon bemerkte die ständig wachsende Unzufriedenheit unter den tapferen Soldaten und ihren Anführern. Besonders bitter war für sie die Tatsache, dass Frankreich mit Russland in Louneville einen Friedensvertrag geschlossen hatte. Dies zerstörte die Hoffnung der Polen auf die Befreiung ihres Landes durch Bonaparte. Dieser befahl aus Furcht vor einem Aufruhr die Aufteilung der Legionen, was den Niedergang der polnischen Truppen bedeutete. Sehr schmerzlich war 1803 die Entsendung von 6000 Männern nach Haiti zur Niederschlagung eines Aufstands der Einheimischer, die nur 300 Legionäre überlebten.

Nach der Auflösung der Legionen blieb Dąbrowski weiterhin im Dienst Bonapartes. 1806 versuchte Dąbrowski nochmals eine polnische Formation zu gründen, die Napoleon bei der Rückeroberung Großpolens aus preußischer Hand unterstützen sollte. Die Polen folgten ihm mit weniger Begeisterung als zuvor. Selbst Dąbrowskis Enttäuschung wuchs mit der Zeit, weil man ihm untersagte, auf polnischem Territorium gegen die Besatzer zu kämpfen.

1807 wurde auf den zurückeroberten Gebieten das Herzogtum Warschau gegründet, das vollständig von Bonaparte abhängig war. Dąbrowski ließ sich für kurze Zeit, von den Korsen enttäuscht, bei Poznań (Posen) nieder, wo er ein Gut erhielt. Bereits 1809 zog er unter Führung von Herzog Józef Poniatowski gegen die Österreicher in den Krieg. Nach der Schlacht bei Raszyn marschierten die polnischen Truppen in Galizien ein, wo sie am 15. Juli Kraków besetzten. Im Juni 1812 schloss sich Dąbrowski mit der polnischen Armee den Truppen Napoleons an, als sie nach Moskau zogen. Der französisch-russische Krieg endete im Oktober 1812, als die Franzosen, wegen der Verluste durch den strengen Winter, den Rückzug antreten mussten. Dazu kam die Niederlage am Fluss Berezyna.

Jan Henryk Dąbrowski war nicht mehr dazu in der Lage, sich an weiteren Aktionen zu beteiligen. Nachdem er den Orden des Weißen Adlers erhalten hatte, zog er sich auf sein Landgut in Winna Góra bei Posen zurück, wo er 1818 verstarb.

 

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