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Jahreszeiten

In Bezug auf die durchschnittliche Tagestemperatur gibt es in Polen mit Vorfrühling und Vorwinter sechs Jahreszeiten. Sie stimmen mit den kalendermäßigen Jahreszeiten kaum überein. Während des Vorfrühlings, der etwa einen Monat dauert, liegt die Tagestemperatur bei 0-5°C. Der Frühling dauert in Polen 60 Tage und kommt nach Polen aus dem Westen. Die Tagestemperatur beträgt 5-15°C. Zu dieser Zeit beginnt auch die Vegetationszeit. Der Sommer mit Temperaturen von über 20°C beginnt im Mai. Dieser wird nach etwa vier Monaten vom Herbst vertrieben, in dem die Durchschnittstemperatur von 15°C bis auf 5°C sinkt. Nicht jedes Jahr, jedoch fast immer, beginnt etwa Mitte September der schöne, unvergleichliche "Altweibersommer". Es ist dann warm und sonnig. Obwohl die Blätter von den Bäumen fallen, fühlt man in der Luft noch den Hauch der vergangenen Monate. Wenn es auf den Bäumen kaum noch Blätter gibt und die Tag wesentlich kürzer sind, beginnt der Vorwinter. Die Temperaturen fallen unter 5°C. Nach etwa sechs Wochen tritt der Winter ein und dann gibt es sehr lange Frost. Den Vorfrühling kann man Ende Februar, Anfang März erkennen, und das nur in Pomorze und in Westpolen. Im Bergland muss man auf ihn bis Mitte März und im Nordosten sogar bis Ende März warten. Die Länge der Jahreszeiten richtet sich nach den geografischen Regionen. Der Sommer z. B. dauert im Norden zweieinhalb Monate und im südöstlichen, zentralen und südwestlichen Teil über drei Monate. Der Winter hält sich wiederum zwei Monate am Meer und im Westen, drei bis vier Monate im Nordosten und bis zu sechs Monate in der Tatra. Oft kommt es zu Anomalien, was eine weitere Eigenart des polnischen Klimas ist. In Polen sagt man deshalb "April, April, der weiß nicht was er will" oder "Im März - wie im Kessel". Es kommt nämlich vor, dass der Vorfrühling schon Anfang Februar einsetzt. Es wurde auch schon Glatteis begegnet, als man in September noch Reste des vergangenen Sommer erhofft. Im Januar 1982 fiel im Laufe eines Tages die Lufttemperatur in Włocławek (Leslau) von 8°C auf -20°C. Das ist bisher der größte Temperaturabfall an einem Tag in der Geschichte der Temperaturmessungen auf polnischem Boden. Am 8. Januar 1994 betrug die Temperatur im Zentrum von Kraków (Krakau) 17,3°C.

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