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Expedition Canoandes ’79

Die Erforschung der Flüsse Südamerikas

Eine der größten Forschungsreisen des 20. Jh. war eine dreijährige Expedition "Canoandes '79" von Studenten der Krakauer Akademie für Bergbau- und Hüttenwesen, auf der sie 23 Bergflüsse in Südamerika (wovon 12 noch unerforscht waren) befuhren, 120 000 km mit dem Auto und 1800 km mit Paddelbooten und einem Ponton zurücklegten.
Die Kanuten aus Krakau (Jacek Bogucki, Marek Byliński, Zbigniew Bzdak, Piotr Chmieliński, Stanisław Grodecki, Włodzimierz Herma, Tomasz Jaroszewski, Jan Kasprzyk, Jerzy Majcherczyk, Andrzej Pietowski und Józef Woch) begannen ihr Abenteuer 1979 mit dem Befahren von fünf Flüssen in Mexiko: Rio Amacuzac, Rio Mixteco, Rio Balsas, Rio Atoyac und Rio Pescados (Antigua). 1980 erforschten sie weitere Bergflüsse in Mexiko und befuhren den Rio Montezuma sowie die fünf Canyons des Rio Santa Maria. Die beiden Flüsse haben den höchsten Schwierigkeitsgrad.

Ein Teil der Expeditionsmitglieder kehrte nach Polen zurück, aber Jacek Bogucki, Zbigniew Bzdak, Piotr Chmieliński Jerzy Majcherczyk und Andrzej Piętowski blieben in Südamerika: Sie bewältigten den Rio Grande de Santiago in Nicaragua, den Fluss Aguacapa in Guatemala sowie den Rio Grande de Matagalpa (beide mit der Schwierigkeitsklasse V. In Costa Rica probierten sich die Kajakfahrer, zusammen mit einer Gruppe amerikanischer Sportler, am Río Reventazón und dann am Bergabschnitt des Rio Pacuare aus. Das nächste Ziel war ihr erster Fluss in Südamerika, der Rio Aguarico, der parallel zum Äquator verläuft. Dann befuhren sie den Rio Napo und gelangten bis zu seiner Quelle in 4500 m Höhe. In Peru entschieden sie sich, einige peruanische Flüsse in der Regenzeit zu erproben. Dass sie die 160 km des Rio Maranon innerhalb von drei Tagen zurücklegten, fand ein lebhaftes Echo in Lima. Über die Leistung der Polen wurde in der peruanischen Presse berichtet, was den Kajakfahrern half, sich auf den größten Canyon der Welt am Fluss Colca vorzubereiten. Dafür, dass sich die Polen in 33 Tagen durch 100 km Wildwasser gekämpft hatten, wurden sie in der ganzen Welt berühmt.

Sie legten noch eine kurze Strecke auf dem Rio Vilcabamba, dem heiligen Fluss der Inkas zurück, besuchten die Ruinen der ehemaligen Inka-Hauptstadt Machu Picchu und gelangten bis zu den Quellen des Amazonas. Zusammen mit Tim Bigss aus Südafrika und Conrad Zwanzig aus den USA befuhren Piotr Chmieliński und Jerzy Majcherczyk sogar seinen oberen Lauf, den Rio Apurimac. Die Expedition "Canoandes '79" hatte ihr Ziel erreicht. Im Oktober 1981 fuhren die Kajakfahrer über Chile nach Argentinien. Sie legten symbolisch einige Kilometer zahmer Strömung auf dem Rio Gallegos zurück und gelangten über die Magellan-Straße und Feuerland bis nach Usuhaia, dem südlichsten Punkt des Kontinents.
Über die Expedition auf den Flüssen durch Peru ist das Buch Mit dem Kajak durch Peru entstanden, das die Teilnehmer selbst verfasst und in Lima herausgegeben haben.
Im März 2001 wurde die Expedition "Canoandes '79" in Krakau mit dem Kolos-Preis ausgezeichnet, der für die größten Forschungsleistungen von Polen verliehen wird.

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