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Der polnische Weg zur Demokratie - Runder Tisch

Im Jahre 1988 begannen die Verhandlungen zwischen der Führung der Arbeiterpartei PZPR und der demokratischen Opposition. Im Winter 1989 wurde zum Abschluss der Gespräche am Runden Tisch eine Vereinbarung unterschrieben, in der u. a. teilweise freie Sejm-Wahlen und freie Senatswahlen festgelegt wurden. Für den Sejm wurden der Opposition 35 % der Parlamentssitze zuerkannt.

Die Wahlen vom 4. Juni 1989 waren ein Sieg für die „Solidarnosc“. Die PZPR war bei einem so entschiedenen Widerstand in der Gesellschaft nicht mehr imstande, ihre Macht weiter auszuüben. Das Parlament („Kontraktparlament“ genannt) wählte zwar General Wojciech Jaruzelski zum Präsidenten, zum Ministerpräsidenten bestimmte es aber am 24. August 1989 den Kandidaten der „Solidarnosc“ Tadeusz Mazowiecki. Er war 1980 der Chef der Beratergruppe des Danziger Streikkomitees gewesen. Am 29. Dezember 1989 änderte der Sejm die Verfassung und den Namen des Staates. Die Volksrepublik Polen war Geschichte. An ihre Stelle trat die Republik Polen, auch III. Republik genannt. Die Ereignisse in Polen haben den Zerfall des kommunistischen Ostblocks in die Wege geleitet. Es war das Ende der Jalta-Ordnung. Der Kompromiss am „Runden Tisch“ und der friedliche Wechsel vom kommunistischen zum demokratischen System waren möglich, weil es zuvor einen grundsätzlichen politischen Richtungswechsel in der UdSSR gegeben hatte, die 1986-88 die Ideen der Perestrojka (Umgestaltung) und Glasnost (Offenheit) sowie der politischen und wirtschaftlichen Öffnung gegenüber der übrigen Welt umsetzte.

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