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Chełm ist eine Stadt im Grenzgebiet, in der seit dem Mittelalter Orthodoxe, Katholiken, Juden, Protestanten und griechisch-katholische Christen wohnten. Heute hat die Stadt etwa 70.000 Einwohner und liegt 25 km von der Grenze zur Ukraine entfernt.
Den Ausflug durch Chełm beginnt man traditionell auf dem Berg Chełm, der von den Einwohnern „Górka“ [Hügel] genannt wird. Auf ihm steht die Basilika Mariä Geburt aus dem späten Barock, die der Reihe nach den katholischen Ostkirchen, den Orthodoxen und den Katholiken gehörte. Vom „Hügel“ aus hat man einen herrlichen Ausblick auf den Altstadtmarkt, die ehemalige Handelsstraße mit der Lubelska-Straße, die Kirche der Aussendung der Apostel mit ihren wunderbaren Fresken und dem rekonstruierten Holzbrunnen.
Ganz unten steht dagegen das Gebäude, das am 22. Juli 1944 der Sitz des Polnischen Komitees der Nationalen Befreiung (PKWN) war und in die Geschichte der Volksrepublik Polen als Symbol des Kommunismus eingegangen ist. Tatsächlich jedoch entstanden sowohl das oben genannte Komitee, wie auch das von diesem verfasste Julimanifest in Moskau.
Zum Glück verbinden die Touristen Chełm vor allem mit Kreide.
Die Stadt liegt auf einem einmaligen Kreideboden (der Kreidegehalt in der Erde beträgt bis zu 99%). Bereits im 16. Jahrhundert erkannten die hiesigen Bürger, dass die Kreide ein Schatz ist – also verkauften sie sie und wurden reich. Der Rohstoff wurde mit einfachsten Mitteln gefördert. In den Kellerräumen der Häuser wurden einzelne „Bergwerke“ gegraben, die schließlich miteinander verbunden wurden und so unter der Altstadt ein unterirdisches Labyrinth bildeten. Die Kreidelöcher dienten den Einwohnern als Schutz bei Kriegen, Überfällen und Plünderungen. Im 19. Jahrhundert erließen die Behörden in Hinsicht auf die Bausicherheit ein Verbot der Förderung von Kreide.
In Chełm befindet sich das einzige unterirdische Kreidebergwerk in Europa. In ihm herrscht eine konstante Temperatur von 9 °C. Die beleuchtete Besucherroute umfasst ein 2 km langes Netz von Tunneln und Kammern auf verschiedenen Sohlen. Und hier gibt es auch zahlreiche Überraschungen. So erscheint in einer Tiefe von 13 m der ganz in Weiß gekleidete Geist „Bieluch“ [der Weiße], der Kreidestücke an die Touristen verteilt.
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