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Bohdan Chmielnicki (1595 – 1657)

Bohdan Chmielnicki ist eine schillernde Figur der polnischen Geschichte. Der ukrainische und polnische Adlige war Schreiber in der Armee von Saporoschje und Führer eines der größten Kosakenaufstände. Um 1600 kam es auf dem Gebiet der heutigen Ukraine zu bewaffneten Konflikten zwischen dem polnischen Adel, den Kosaken und der ukrainischen Bevölkerung. Der Grund hierfür waren kulturelle und religiöse Unterschiede (griechisch-orthodox galt als etwas Schlechteres), die von Polen eingeführte Registrierung der Kosakentruppen und die damit verbundene Abhängigkeit sowie das Unrecht, das die polnischen Magnaten dem ukrainischen Adel angetan hatten. Letzteres war in der Erinnerung der Ukrainer besonders präsent. Daher wuchs in den östlichen Gebieten Polens, insbesondere in Sicz Zaporoska (unterer Dnjepr), die Unzufriedenheit und es kam immer öfter zu Unruhen.

Bohdan Chmielnicki war lange ein Friedensbefürworter in der Ukraine, der den König unterstützte. Dies änderte sich durch einen Konflikt mit dem Vertreter des Starosten von Czehryn, Daniel Czapliński, der Chmielnicki ruiniert hatte und am Tode seines Sohnes Schuld war. Der ukrainische Hetman nutzte die angespannte Lage zwischen Polen und dem Khan von der Krim sowie die Unzufriedenheit unter den Kosaken aus und griff Polen 1648 mit Unterstützung des Khans an. Nachdem die Kosaken Polen große Verluste bei Żółte Wody, Korsuń und Piławce zugefügt hatten, breitete sich der Aufstand in der ganzen Ukraine aus. Ihm schlossen sich das Bürgertum, der ukrainische Adel, die orthodoxen Geistlichen und der Bauernstand an. Ein Teil der polnischen Adligen wollte eine einvernehmliche Lösung mit den Aufständischen herbeiführen, womit Fürst Jarema Wiśniowiecki aber nicht einverstanden war. Er wollte mit den Rebellen nicht verhandeln, sondern den Aufstand niederschlagen.
1649 begann die zweite Phase des Krieges - polnische Truppen wurden in Zbaraż belagert und bei Zborów zerschlagen. In Zborów zeigte sich Chmielnicki trotz deutlicher Überlegenheit bereit, ein Kompromisspapier mit folgenden Punkten zu unterschreiben: Chmielnicki bekommt seine früheren Gebiete und den zuvor aberkannten Titel eines Hetmans zurück; die Kosaken erhalten die Woiwodschaften Kijow, Czernihow und Braclawice, aus denen sich die königlichen Truppen zurückziehen müssen; und die polnischen Magnaten bekommen dafür ihre Großgrundbesitze in der Ukraine zurück. Diese Regelungen stellten jedoch keine der Parteien zufrieden. Besonders der ukrainische Bauernstand war gegen die Rückkehr des polnischen Adels.

1651 brachen weitere Kämpfe aus, die für den Hetman Chmielnicki nicht mehr so erfolgreich verliefen. Nach dessen Niederlage in der Schlacht bei Beresteczko wurde bei Biała Cerkew ein ungünstiger Kompromiss geschlossen: Laut Beschluss des Kosaken-Militärrates aus Pejresław ging die Ukraine 1654 ein Bündnis mit Russland ein, um Polen im Verbund anzugreifen. Die ukrainisch-russischen Truppen besetzten zwar 1655 Litauen, Minsk und Vilnius, wurden jedoch durch den Feldzug der Schweden aufgehalten. Die Russen, die eine Stärkung der Schweden an der Ostsee verhindern wollten, schlossen einen Waffenstillstand mit Polen. Chmielnicki versuchte allein weiterzukämpfen, wurde aber von den Tataren aufgehalten, die sich mit Polen verbündet hatten. Bis zu seinem Tod im Jahre 1657 versuchte er, durch eine auf Eigenständigkeit zielende Politik die Ukraine vom Königreich Polen loszulösen.

 

 

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