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Białystok


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Die 300.000-Einwohner-Stadt Białystok – die Hauptstadt der Wojewodschaft Podlachien [podlaskie] gehört zu den Orten, die abseits der Hauptverkehrswege liegen. Um das Klima der östlichen Randgebiete und der Kulturgrenze an der Verbindung zweier Religionen – des Katholizismus und der orthodoxen Kirche – zu fühlen, ist es notwendig, speziell hierher zu kommen. Und die Region ist garantiert eine Reise wert.
Der älteste Teil der Stadt liegt in der Umgebung der Lipowa-Straße, die von der St. Rochus-Kirche bis zum Dom führt. Die weiße, über der Stadt krönende St. Rochus-Kirche mit ihrem 83 m hohen Turm ist ein Denkmal des Modernismus und wurde in den Jahren 1927–1939 zur Erinnerung an die Wiedererlangung der Unabhängigkeit durch Polen im Jahre 1918 errichtet. Mit dem Dom ist eine interessante Geschichte verbunden. Als die Zarenmacht den Bau einer neuen katholischen Kirche ablehnte, baten die Gläubigen um die Genehmigung zur Erweiterung der alten Kirche. Auf diese Weise entstand neben dem Barockkirchlein aus dem 17. Jahrhundert im Jahre 1900 der mächtige, neugotische Mariendom. Etwa in der Mitte der Lipowa-Straße  befindet sich die orthodoxe Nikolaikirche aus dem 19. Jahrhundert, die von den orthodoxen Gläubigen zahlreich besucht wird.

Der Bau, der in Białystok am besten bekannt ist, ist jedoch der Branicki-Palast, der auch „Versailles des Nordens“ genannt wird. Es stellt eines der hervorragendsten barocken Palais- und Parkensembles in Polen dar und wurde vor allem im 18. Jahrhundert bekannt, als der Heerführer Jan Klemens Branicki und seine Frau Izabela Branicka hier residierten. Hier waren polnische Könige, Kaiser und Zaren, aber auch Künstler und Schriftsteller zu Gast. Am Hof gab es ein Theater, ein Ballettensemble und ein Orchester. Heute befindet sich hier die Medizinische Akademie und der ehemalige Ballsaal wird als Aula Magma genutzt.
Hinter dem Palast liegt ein romantischer französischer Park mit einem Labyrinth aus Baumalleen, vielen Skulpturen und beschnittenen Sträuchern. Sehr gern wird dieser Park für Hochzeitsfotos genutzt, Mütter füttern zusammen mit ihren Kindern die Enten und Schwäne, Rentner ruhen sich auf den zahlreichen Parkbänken aus.
Mit dem Palastpark ist der Stadtpark verbunden, der im Zeitraum zwischen den Weltkriegen entstand. Vom Frühjahr bis zum Herbst finden hier immer um etwa 21.00 Uhr magische Vorführungen statt. Die farbenfrohen Springbrunnen tanzen, wirbeln und verbeugen sich vor den Passanten. Sie spiegeln sich im Wasser und in den Augen der versammelten Zuschauer.

- Mi amas Bjalistok (Ich liebe Białystok) – vielleicht war es dieser Satz, den Ludwik Zamenhof, der Begründer der Kunstsprache Esperanto, aussprach, als er gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch die Straßen seiner Geburtsstadt schlenderte. Es ist kein Zufall, dass eben hier, wo sich verschiedene Sprachen – Polnisch, Jiddisch, Russisch, Weißrussisch und Litauisch – miteinander vermengten, Zamenhof auf den Gedanken kam, die internationale Sprache Esperanto zu erschaffen.
 
www.wrotapodlasia.pl /Englisch, Deutsch, Russisch, Französisch, Italienisch, Litauisch, Weißrussisch/
www.bialystok.pl

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